60 Jahre CDU Bad Dürkheim #1

Nach Ende des zweiten Weltkrieges war Rheinland-Pfalz zunächst von den Amerikanern besetzt, ab 1. Juni 1945 dann französisch. Am 5. März 1946 genehmigte General Bouley die Christliche Union Hessen-Pfalz. Vorher hatte es eine z.T. heftige Auseinandersetzung gegeben, ob wieder eine Zentrumspartei, die den katholischen Teil der Bevölkerung repräsentieren sollte, oder eine über-konfessionelle Partei, die Protestanten und Katholiken integriert, gegründet werden sollte. Hier war der evangelische Bad Dürkheimer Pfarrer und spätere Dekan Karl Köhler mit Richtung weisend.

Im (Amtsgerichts-)Bezirk Bad Dürkheim konnte dann am 24. März 1946 die CDU gegründet werden. Der Bad Dürkheimer Friedrich Breier, der schon vor der Nazi-Zeit für die Zentrumspartei aktiv war, wurde Vorsitzender.

 

 

 

 

 

 

 

 


Am – vermutlich – 21. April 1946, einem Sonntag, wurde dann in Grethen die CDU Bad Dürkheim gegründet. Nebenstehend der Bericht der Rheinpfalz vom 27. April 1946.
Die Mitwirkung des katholischen Pfarrers Dr. Kary und des protestantischen Pfarrers Karl Köhler unterstrich auch hier den Gedanken, eine starke, überkonfessionelle, nichtsozialistische Partei als Gegengewicht zur SPD zu schaffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der ersten Kommunalwahl am 15. September 1946 war die neu gegründete Partei auf Anhieb recht erfolgreich und erreichte 42,6 % - ein Ergebnis von dem die CDU in den nächsten Jahrzehnten nur träumen konnte!
Der ersten Fraktion gehörten an: Jakob Herold, Heinrich Stoffel, Fritz Opitz, Hans Kuhn, Georg Wirth, Ludwig Faust, Georg Zumstein, Ernst Wanner und Herbert Fitz – klangvolle Namen alter, angesehener Dürkheimer Familien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fr. Breier mit „seinem“ Audi
Es war eine harte Zeit: Das Stadtbild war geprägt von Ruinen und Trümmern. Die Bevölkerung litt Not an Nahrungsmitteln und Brennstoffen. Außerdem waren da die Franzosen, die immer noch hofften, den linksrheinischen Teil Deutschlands einverleiben zu können. Viele Männer waren in russischer, aber auch französischer Gefangenschaft. Und es gab die Entnazifizierung.
Der erste Stimmzettel:

 

 

 


Zu den ersten frei gewählten Stadträten gehörte auch der Tiefbauunternehmer Ludwig Faust.