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Rheinpfalz vom 29.8.2015: Markus Wolf setzt alles auf eine Karte

20150829wolfBAD DÜRKHEIM: CDU nominiert 35-jährigen Ungsteiner als neuen Direktkandidaten zum Landtag – Arbeitsstelle dafür aufgegeben

Mit 75 Stimmen bei drei Gegenstimmen wurde der Ungsteiner Markus Wolf am Donnerstagabend in der Mitgliederversammlung der CDU-Kreisverbandes zum Direktkandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 41 gewählt. Mögliche Nachrückerin für Wolf als B-Kandidatin ist Elke Schanzenbächer aus Weisenheim am Berg. Das Votum für sie fiel einmütig bei zwei Enthaltungen aus.

Markus Wolf war vom CDU-Kreisvorstand bereits Mitte Juli nominiert worden (wir berichteten). Da Kreisvorsitzender Norbert Schindler (Bobenheim) dies nach eigenen Angaben mit den Gemeindeverbänden abgestimmt hatte, war kaum mit einem Gegenkandidaten zu rechnen. Wolf nutzte die Zeit, um einen ersten Wahlkampfspot zu produzieren, den er unmittelbar nach der Abstimmung im Ungsteiner „Honigsäckel“ präsentierte.Wolf, Anfang diesen Monats 35 Jahre alt geworden, war in den beiden vergangenen Legislaturperioden des Landtags schon B-Kandidat von Norbert Mittrücker gewesen. Der Hettenleidelheimer, der just gestern seinen 64. Geburtstag feierte, hatte frühzeitig angekündigt, dass er nach vier Wahlperioden seit 1996 nicht mehr antreten werde. Freilich gehört sein Wohnort nach der Neuordnung der Wahlkreise künftig sowieso g nicht mehr zum Wahlkreis 41.
Er habe sich die Entscheidung zu kandieren nicht leichtgemacht, versicherte Wolf. „Kannst du das?“, habe er sich überlegt – und sich gefreut, dass ihn viele aufgefordert hätten, sich zu bewerben.

Nun setze er „alles auf eine Karte“, sagte Wolf: Er habe nach siebeneinhalb Jahren seine Stelle bei einem Personaldienstleister im Schwarzwald aufgegeben, um die 199 Tage bis zur Wahl „von morgens bis abends“ für den Wahlkampf zur Verfügung zu stehen. Politik habe schon seit rund 20 Jahren einen hohen Stellenwert in seinem Leben, doch sei es ihm wichtig gewesen, einen Beruf zu haben, „um unabhängig von der Politik zu sein“.

„Wir wollen auf Sieg spielen und nicht auf Platz“, machte Wolf deutlich, dass er mit dem Direktmandat in den Landtag einziehen will. Norbert Schindler, der den Vorschlag des Vorstandes offiziell kundgetan hatte, hatte an die vielfältigen Aktivitäten Wolfs in der Partei erinnert, der unter anderem die JU in Stadt und Kreis Bad Dürkheim mit aufgebaut habe. Übernächste Woche soll der junge Ungsteiner zudem zum neuen CDU-Ortsvorsitzenden in Bad Dürkheim gewählt werden (siehe RHEINPFALZ-Sommerredaktion, Seite 4).

„Ich weiß, dass ich mich auf meine JU verlassen kann“, sagte Wolf mit Blick auf den Wahlkampf. Unterstützt werde er auch von seiner Familie und Freundin Gaby – alle komplett anwesend. Vater Walter Wolf, CDU-Urgestein, Ortsvorsteher, wie sein Ältester Stadt- und Kreistagsmitglied, den normalerweise nichts aus der Ruhe bringen kann, wirkte doch etwas nervös ...

Markus Wolf bezeichnete sich als heimatverbunden und in der Region verwurzelt. „Ich kenne die Region und die Wünsche und Probleme vieler Orte im Wahlkreis“, versicherte er. Weinbau und Tourismus, Infrastruktur, innere Sicherheit sowie Bildung nannte Wolf als „die Themen, für die ich stehe“. Es gelte, den Tourismus zu fördern und gleichzeitig die damit verbundene Belastung für die Bürger in Grenzen zu halten. „Wir müssen den Spagat schaffen zwischen der Fest- und Weinbaukultur und berechtigten Anwohnerinteressen“, so Wolf.

„Der Durchgangsverkehr muss aus den Orten heraus“, forderte Wolf. In Deidesheim und Forst könne man sehen, wie positiv sich Orte dann entwickelten. Er möchte die Planung für die neue B 271 zwischen Bad Dürkheim und Grünstadt vorangebracht wissen und kritisierte, dass die Landesregierung diese Straße nicht auf ihre Prioritätenliste an den Bund gesetzt habe. Wolf sprach sich auch für Umgehungen für Orte abseits der Weinstraße aus.

Zur Verbesserung der Internetversorgung müsse das Land mehr Geld bereitstellen und die Förderung vereinfachen, so eine weitere Forderung Wolfs. Zudem plädierte er für mehr Personal bei der Polizei und „ein breites Angebot an Schulformen, passgenau für jedes Kind“.

Elke Schanzenbecher sagte, dass ihr besonderes Interesse sozialen Themen gelte. Sie wolle „Rückenwind für Markus Wolf sein und ihm Rückendeckung geben“, so die 50-Jährige.

Norbert Mittrücker bedauerte, dass grundlegende Überlegungen und naturwissenschaftliche Fakten in der Politik einen zu geringen Stellenwert hätten und bilanzierte seine Erfolge in der Wirtschafts-, Medien- und Energiepolitik. (ann)

Kreis und quer