Rheinpfalz vom 9.9.2015: Kreuz durchgedrückt

Von Peter Spengler 

Die Bürgermeisterwahl scheint verarbeitet, die CDU demonstriert Geschlossenheit auch in der Niederlage. Und zieht ihre Lehren daraus.

Die CDU hat ihre Wunden aus der Bürgermeisterwahl geleckt, Narben sind kaum zurückgeblieben. Der scheidende Parteivorsitzende war nüchtern und ehrlich in der Analyse. Mehr gibt es kaum zu sagen – die Partei zieht einen Schlussstrich. Darunter steht: Neuanfang. Keine Kritik, keine Vorwürfe, keine einzige Nachfrage. Lamentieren oder gar zoffen zur Schadenfreude der Konkurrenz – diese Blöße gibt sich die CDU nicht. Sondern demonstriert auch in der Niederlage, was der alte wie der neue Vorsitzende als erste Pflicht ausriefen: Als Partei, als Mannschaft zusammenhalten. Von rund 190 Mitgliedern kam mehr als ein Viertel zur Versammlung. Ein starkes Zeichen.
Gleichwohl zieht die Partei aus der verlorenen Wahl ihre Lehren. Und trifft erste Schritte. Für einen Medienbeauftragten, der neben der Presse auch die sozialen Netzwerke bedienen soll, wird eigens ein Vorstandsposten geschaffen. Stadtratsmitglied Jürgen Drescher übernimmt diesen neu geschaffenen Vorstandsposten, dafür wird sein bisheriger Sitz im Beirat eingespart.

Natürlich kommt einem die neue Strategie bekannt vor. Dass man ihr süffisant Abkupfern beim Wahlsieger in unter die Nase reiben könnte, ficht die CDU nicht an. Warum auch? Sie bleibt stärkste Fraktion, sie bleibt Seniorpartner in der Koalition, sie bleibt am Steuerpult. Und sie bleibt jung. Jünger als jede andere Partei vor Ort. Der neue Vorstand hat einen Altersschnitt von 44, fünf von 14 sind zwischen 35 und 23 Jahren alt. Zeit und Zukunft scheinen im Moment CDU-Verbündete.